Mein Eppendorf

In dieser Straße wohne ich seit über 50 Jahren,

dies ist der Blick aus meinem Küchenfenster

und die hier, fliegen fast zum greifen nahe über mich weg.  Wenn ich Glück habe und sie rechtzeitig kommen höre (sie fliegen nämlich ganz leise, weil sie im Landeanflug auf Airbus Finkenwerder sind) kann ich sie sogar fotografieren.

Manch einer von euch wird sagen, wie schrecklich, ein hohes Haus neben dem anderen, viele Autos und auch noch Flugzeuge aber; keine 100 m entfernt reiht sich ein wunderschöner Park an den anderen. Hier gibt es den Eppendorfer Mühlenteich, das Eppendorfer Moor und hier fließt die Alster bis in die Hamburger Innenstadt. Wie wunderbar grün und erholsam mein Eppendorf  ist, zeigt dieser Film.

Advertisements

Thema Wasser Nr. 10

Mein Wasser-Thema Nr. 10 zeigt die Elbinsel Kaltehofe, sie ist eingerahmt von der Norderelbe im Westen, nördlich von der Billwerder Bucht und östlich vom Holzhafen.

Auf Kaltehofe befindet sich die ehemalige Elbwasserfiltrierungsanlage der Hamburger Wasserwerke. 1990 wurde das Filtrierwerk außer Betrieb genommen. Begleitet von extensiven Pflegemaßnahmen seitens der Wasserwerke hat sich hier ein Gebiet mit besonderem Reiz entwickelt.

Die kleinen Brunnenhäuser stehen anmutig am Rand der großen, von Vögeln genutzten Wasserbecken. Ein Blick über den Zaun ans andere Ufer zeigt dem Betrachter eine weitere Seite der Elbinsel: Kaltehofe ist umgeben von Industrie.

Wer mehr darüber erfahren möchte, kann das hier :

Mehr von Kaltehofe

La Paloma

La Paloma,   so könnte es gewesen sein.
® & © by: Ingrid Waschke

„Nein, ich schaffe es nicht!“ Entnervt warf Tobias den Bleistift auf den Schreibtisch, stand auf und öffnete das Fenster seiner kleinen Mansardenstube. Heiß und stickig war es hier drinnen aber er war froh, dass er diese preiswerte Unterkunft in der Nähe der Musikhochschule gefunden hatte. Er war ein fleißiger Student, denn er wollte schnell sein Ziel erreichen. Dirigent wollte er werden, wie es sein Vater gewesen war.

Der leitete seinerzeit in einem kleinen Städtchen ein Orchester, welches überwiegend Operettenmusik, Tango und Walzer spielte. Als kleiner Junge durfte er immer während der Proben dabei sein und seitdem pulsierte diese Musik in seiner Seele, in seinem Herzen; sie war das Blut in seinen Adern.

Die Mutter steckte ihm hin und wieder etwas Geld zu, er fragte lieber nicht, wie sie es fertig brachte, von ihrer kargen Rente noch zu sparen aber er würde es ihr tausendfach zurückgeben. Jetzt hätte er die erste Gelegenheit dazu gehabt und alles, was ihm einfiel war: „Ich schaffe es nicht!“

Er hatte den Auftrag bekommen, ein Lied für einen unmusikalischen Schlagerfuzzi zu schreiben, der mit seiner grausamen Krähstimme an einem wichtigen Wettbewerb teilnehmen sollte. Für das viele Geld, welches man ihm dafür versprochen hatte, könnte er ein Jahr ohne Sorgen studieren und seiner Mutter ein gutes Sümmchen geben.

Seufzend trat er vom Fenster wieder an den Schreibtisch, griff nach dem Radiergummi und radierte alle Noten weg, bis auf eine. Diese eine hatte sich blitzschnell vom Notenblatt gelöst und flog durch das offene Fenster hinaus.

Des Fliegens ungeübt steuerte sie ungebremst auf einen Kastanienbaum zu und fiel dort in ein Vogelnest. Die eifrig brütende Vogelmutter pickte die Note auf und verschluckte sie. Als später das Abendsingen begann, entwich ihr, außer dem üblichen Geträller, ein wunderschöner Ton, in den sich unsere Note verwandelt hatte.

Dieser Ton reiste um den ganzen Erdball und sammelte, wo er nur konnte, andere Töne ein. Müßig alle aufzuzählen, hier nur einige Beispiele: das Lachen eines Kindes, das Weinen einer Trauernden, das Herzklopfen frisch Verliebter, das Rauschen der Wellen, das Kreischen der Möwen, das Säuseln des Windes und das Rascheln der Blätter. Einen Ton vom Klavier, einer Trompete, einer Gitarre und und und ….

Inzwischen war es Nacht geworden, Tobias lag im Bett, wälzte sich unruhig hin und her. Leise schlüpften die vielen, vielen Töne durch das offene Fenster, landeten auf dem leeren Notenblatt, wirbelten noch ein wenig aufgeregt umher und legten sich sanft als Noten auf dem Papier nieder.

Als Tobias erwachte, sah er es sofort. Er griff nach dem Notenblatt und begann zu summen. Ja, das war seine Melodie. Aber nicht für diesen Schlagerfuzzi sondern für ein wunderbares Orchester.

Ohne zu frühstücken rannte er in den Keller um sein Fahrrad zu holen und radelte zum NDR. Er wusste, dieser Sender hat für alles ein offenes Ohr und weil er den Orchesterchef so eindringlich bat, sein Lied zu spielen, ließ dieser sich nicht lange bitten.

Seitdem erfreuen sich die Menschen weltweit an dieser Melodie und mittlerweile gibt es weit über 500 verschiedene Fassungen.
Kürzlich wurde sie sogar zum Lied des Jahrhunderts gewählt.

Thema Wasser Nr. 9

Ich verbinde das Thema Wasser Nr. 9 mit meinem Reisebericht und zeige euch das Foto von einer Pfütze gegenüber des Grand Central Terminals in New York, in die ich voll reingelatscht bin, weil .. ja weil man durch diese Wahnsinns-Stadt fast nur wie Hans-guck-in-die-Luft geht. 

Ein Geburtstagsgeschenk meines Sohnes:
Fünf Tage New York!

® & © by Ingrid Waschke

Start am 14.01.2010 – Abflug ab Hamburg 09.oo Uhr – Check in 06.oo Uhr Ankunft in New York 12.oo Uhr
Route: Hamburg/London/Island/Grönland/Labrador Becken/ Neufundland/ Toronto/Quibec City/Main/New York = insgesamt 6.495 KM
Nur 8 Flugstunden, statt -wie angegeben- 9 Stunden.

Flughafen Hamburg:
Einreiseformular ausfüllen, gut lesbar, nicht verschreiben, in Druckbuchstaben.
Dreimal neu angefangen, weil zweimal verschrieben!
Dann geht’s los und die Fragen nehmen kein Ende: Tragen Sie Waffen bei sich, sind oder waren Sie Terrorist,
haben Sie Feuerzeug/Streichhölzer im Gepäck.

Ja, Thomas hat Streichhölzer dabei. Wo? Im Koffer! Koffer öffnen, Streichhölzer ins Handgepäck, alles klar, zündelt sich ja auch viel leichter.

Weiter geht’s:
Jacke und Schuhe aus, Mütze, Uhr, Gürtel abnehmen,
Handtasche, Handy und Fotoapparat aufs Laufband,
die dritten Zähne darf man drin behalten.

Abtasten mit elektronischem Gerät. Irgendwas piept, alles auf Alarmbereitschaft!
Ach so, bloß der Metallverschluss vom BH. Entwarnung!
Zwei Stunden rumgammeln, wenigstens ist unser Flugzeug rechtzeitig gelandet. Endlich einsteigen bitte und alles wieder von vorn:
Jacke und Schuhe aus, Mütze, Uhr, Gürtel usw.usw.

Ruhiger Flug bei geschlossener Wolkendecke,
über Toronto kurzzeitig Sichtkontakt zur Erde, dann wieder Wolken bis zum Ziel. Pünktliche Landung in New York.

Passkontrolle: Strenger Blick, viele Fragen; wie oft waren Sie schon hier, was wollen Sie hier, arbeiten oder Urlaub machen, haben Sie ein Hotel ……

Erst als Thomas im perfekten englisch erklärt;
das ist Muttern und die Reise ist ihr Geburtstagsgeschenk,
strahlen die kugelrunden Augen des farbigen Beamten und mit einem
freundlichen welcome in New York dürfen wir weiter und werden durchleuchtet.

Mit einem yellow Taxi ins Hotel Park Central,
das, wie schon der Name sagt, nicht weit vom Central Park entfernt ist, wunderbar zentral und schräg gegenüber der Carnegie Hall steht.

Wir sind zu früh, unser Zimmer steht erst ab 16.oo Uhr zur Verfügung,
also, Gepäck einlagern und los gehts zum Empire State Building.
Normale Wartezeit ca. 2 Stunden, wir sind in elf Minuten oben und;
in NY angekommen.

Als wir später unser Zimmer beziehen (24. Etage) haben wir das Gefühl, wir wohnen im Parterre.
Unser Hotel hat 4 Sterne, in Hamburg würde es wohl keinen bekommen.
Der eisige Januarwind pfeift durch die undichten Schiebefenster,
die Armaturen im Bad sind lose, hinter den Gardinen ist die Tapete zerrissen und; es gibt keine Clobürste
(wie ich später feststellen musste, gibt es in ganz NY keine!!)

Aber, wir haben eine Kaffeemaschine mit Kaffeepads, Zucker und Kaffeeweißer. Thomas kocht jeden morgen Kaffee, wir essen zwei Stück mitgebrachte Schokolade dazu und gucken dabei Spongebob im Fernsehen vom Bett aus.
So gestärkt machen wir uns täglich auf die Socken.

Am nächsten Morgen kaufen wir zwei Bus-Tickets für drei Tage
City Sightseeing Hop on – Hop off, das heißt, wir können an jeder Haltestelle aus und wieder einsteigen.
Darin enthalten ist der Eintritt zum Empire State Building,
wir also nochmals rauf, diesmal am späten Abend und wieder ist der Blick auf NY überwältigend.

Ein Hauch von Luxus umweht uns, als wir einen Blick in die Lobby des Plaza Hotels in der Fifth Avenue am Central Park South riskieren.

Wir besichtigen die Cathedral of St. John the Devine
und bestaunen die Dinosaurier im American Museum of Natural History während unserer Harlem Tour.

Unbedingt müssen wir in einen riesigen Spielzeugladen rein,
Thomas kann nicht widerstehen, er setzt den sprechenden Harry Potter-Hut auf.

Manhattan bei Tag und bei Nacht, Broadway, Times Square, Wall Street, Rockefeller Center, City Hall, Brooklyn, Ground Zero, Chrysler Building, Little Italy und Chinatown, alles Namen, die man locker auf der Zunge hat und plötzlich steht man davor, das ist schon großartig.

Bei herrlichem Wetter fahren wir mit dem Schiff zur Statue of Liberty, saugen die Skyline Manhattans in uns auf und bei allem haben wir Durst, Durst, Durst und der geht ins Geld. Ein Liter Selterswasser, in einem ganz normalen Geschäft gekauft, kostet umgerechnet € 4,95.
Asterix würde sagen: die spinnen, die Amis !

Egal aus welcher Richtung wir kommen, immer wieder
treffen wir auf den Central Park. Selbst um diese Zeit ist er sehenswert. Unzählige graue Eichhörnchen rennen über die Rasenflächen
oder turnen die Bäume rauf und runter.

Sonntag früh shoppen wir in Chinatown, am Abend erwartet mich eine tolle Überraschung. Thomas hat für uns einen Tisch im Marriott Hotel am Broadway reservieren lassen, im Drehrestaurant 46.-ter Stock.
Gläserne Fahrstühle bringen uns in schwindelnder Eile nach oben, der Service, das Essen, die Aussicht; hervorragend, ein 100% gelungener Abend, es hätten 110% werden können, wenn keine Klimaanlage uns fast zu Eisstatuen verwandelt hätte.

Montag, letzter Tag, jetzt heißt es Abschied nehmen.
Wir verbuttschern unsere letzten Dollars und besuchen Grand Central Station, ein Bahnhof, den man einfach gesehen haben muss.

Um 14.oo Uhr warten wir, das heißt, ich, warte auf einen Shuttlebus aber dann fährt eine schwarze Stretchlimousine vor,
– hat die doch mein Knabe bereits in Hamburg bestellt ! –
(9 breite Ledersitze, Champagnerbar und farbig wechselnde Deckenbeleuchtung).

Und damit gleiten wir sanft über die Straßen zum Airport.

Der Flug zurück durch die Nacht war rüttelig, kurz vor der Ankunft ein traumhafter Sonnenaufgang, leider nur über den Wolken.

Am 19.01.2010 hatte Hamburg uns wieder.

Obwohl ich schon viele schöne Reisen in meinem langen Leben gemacht habe, diese wird mir immer unvergeßlich sein.