Haffkrug/Scharbeutz

Gundi und Holger machen Urlaub an der Ostsee, ein Grund für uns, die Beiden zu besuchen. Wir sind viel zu früh vor Ort, so klönen wir noch mit der Strandkorbvermieterin, sie erlaubt uns sogar,  kostenlos einen Blick auf den Strand zu tun, allerdings mit der Auflage, keinen Sand zu klauen.

Dann treffen wir unsere Freunde,  zusammen gehen wir Mittagessen. Der strahlend blaue Himmel bezieht sich, es beginnt zu nieseln.

Gundi möchte eine Tour mit der Bimmelbahn von Haffkrug nach Scharbeutz  machen, die Männer holen Regenschirme vom Parkplatz, Erich zieht seine warme Jacke an, meine läßt er im Auto liegen. Etwas angesäuert denke ich; mal wieder typisch, zumal die Temperaturen inzwischen von 19° auf 13° gesunken sind.

Wir sehen die Bimmelbahn kommen und laufen zur Haltestelle. Der Lokführer erklärt uns, es gibt gleich starken Regen und deswegen würde er jetzt Feierabend machen, wir könnten aber noch mit ins Zentrum von Scharbeutz fahren und für den Rückweg  ein Taxi bestellen. „Das machen wir“, sagt Gundi und alle steigen ein.

Die erste Enttäuschung, der Lokführer fährt direkt zurück ohne eine kleine Besichtigungstour und dann vermißt Holger seinen Rucksack. Jetzt steigt Gundis Blutdruck aber Holger schwört beim Leben der Heiligen drei Könige, es sei überhaupt nichts im Rucksack drin. Die Info in Scharbeutz ruft bei der Info in Haffkrug an, die  freundlichen Damen dort stellen den Rucksack sicher, nochmal gut gegangen.

Der Regen wird stärker, wir brauchen ein Heißgetränk und bitten die Wirtin, ein Taxi zu rufen, ok, es soll in 10-15 Minuten vorfahren. Am Treffpunkt warten wir 15 Minuten, die Männer werden dribbelig und gehen nach weiteren 5 Minuten zu Fuß nach Hause. Gundi und ich harren aus, vergebens, kein Taxi in Sicht. Ein erneuter Anruf durch die Wirtin, ganz bestimmt in 10 Minuten.

Als diese verstrichen sind, sind wir beide auf 90, zusammen = 180! Wir setzen uns gen Heimat in Bewegung, 5 km = gefühlte 30 km. Vorher kaufe ich mir im nächsten Plünnenladen an der Promenade eine Fleecejacke um nicht zu erfrieren. Nach 2 km ist mir so heiß, ich könnte die Jacke jetzt zurückbringen.

Ich rufe Holger über Handy an: Männer, kommt uns doch bitte mit dem Auto auf der Strandallee entgegen, sollte die Nachricht lauten. Das Handy klingelt und klingelt, keiner hebt ab, Gundi und ich wissen Bescheid, Holgers Handy ist im Rucksack !!

50 Meter vorm Ziel kommen die Männer angefahren, bei Gott, sie hatten tatsächlich mal einen lichten  Moment. Bei einer guten Tasse Kaffee und einem leckeren Stück Kuchen konnten wir schon wieder lachen über diesen chaotisch/abenteuerlichen Tagesausflug.